Originaltitel:
Autor: Lin Rina
Seitenanzahl: 552
Genre: Fantasy, Jugendbuch, Historischer Roman
Reihe:
Preis: 16,90€ [PB]
E-Book: 2,49€
Bewertung: 5
Verlag: Drachenmond Verlag
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Klappentext

England 1890.
Kleider, Bälle und die Suche nach dem perfekten Ehemann. Das ist es, was sich Animants Mutter für ihre Tochter wünscht. Doch Ani hat anderes im Sinn. Sie lebt in einer Welt aus Büchern, und bemüht sich der Realität mit Scharfsinn und einer gehörigen Portion Sarkasmus aus dem Weg zu gehen. Bis diese an ihre Tür klopft und ihr ein Angebot macht, das ihr Leben auf den Kopf stellt. Ein Monat in London, eine riesige, vollautomatische Suchmaschine, die Umstände der weniger Privilegierten und eine Arbeitsstelle in einer Bibliothek. Und natürlich Gefühle, die sie bis dahin nur aus Büchern kannte.

Animant Crumbs Staubchronik Lin Rina

Meinung

Endlich ist das erste Drachenmond-Verlagsbuch in mein Bücherregal eingezogen! Auf der der letzten Leipziger Buchmesse hat mich dieses Cover gepackt und ich musste das Buch unbedingt kaufen. Und nein, es war nicht nur ein Design-Kauf, sondern auch die positiven Feedbacks die das Buch in meiner Umgebung bekommen hat. Und Bücher bei denen es um die Liebe zu Büchern geht, haben ja sowieso schon mal ein Stein im Brett bei mir – so auch Staubchronik.

Das dieses Buch etwas Besonderes ist, hat sich für mich schon nach knapp 50 Seiten bemerkbar gemacht: ich habe zum ersten Mal mit Klebezetteln Zitate markiert. Denn dieses Buch ist nicht nur irgendein schnulziger Liebesroman. Lin Rinas Staubchronik hat eine Botschaft.

Doch es gab jetzt kein Zurück mehr. Zumindest nicht, wenn ich meine Ehre behalten wollte. Wenn ich so schnell aufgab, würde Mr Reed nur schnauben, „Ich hab es ja gewusst“ murmeln und weiterhin auf Frauen herabsehen, als wäre sein Beamtenarsch etwas Besseres.

Lin Rina – S.51

Oder sollte ich sagen mehrere Botschaften?! Ganz sanft und nicht mit dem symbolischen Hammer, webt Rina Ansichten der heutigen (aufgeklärten und toleranten) Gesellschaft mit ein, und lässt uns Animant, auch Ani genannt, schnell ins Herz schließen. Jeder Büchernarr wird sich sicherlich in Ani wiederfinden, sie doch ein klein wenig um ihre viele Freizeit (zuerst), aber wohl eher um das Geld beneiden, sich so viele Bücher kaufen zu können, wie sie will. So ging es mir zumindest ; ) Wobei ich die Leidenschaft zum Thema Sachbücher doch eher nicht teile, aber das ist doch auch gut so. Und wer wollte nicht auch am Ende in einer Bibliothek arbeiten?!

Juden hatten keinen guten Stand in der Gesellschaft. Sie galten als Abschaum, als minderwertig und fanatisch. Ich hatte nie den Eindruck gehabt, dass diese Menschen anders wären als alle anderen auch, doch leider stand ich mit meiner Meinung ziemlich allein da.

Lin Rina – S. 154

Es ist schwer etwas Negatives an Staubchronik zu finden. Die Handlung ist packend und obwohl das Ende doch eigentlich klar ist, hatte ich zwischendrin meine Zweifel und habe die ein oder andere Überraschung erlebt. Für Mister Reed hatte ich mich schon auf der ersten Seite geschwärmt und obwohl das ganze ein wenig an Brontës‘ „Jane Eyre“ erinnert, war weder das negative Frauenbild noch diese komische Liebe am Start. Was ich gut fand! Obwohl ich mich das ein oder andere Mal arg zurücknehmen musste nicht aggressiv das Buch aus der Hand zu legen, wegen der krassen Ansichten im Buch. Doch Lin Rina hat für mich (erfolgreich) versucht, dass London um 1890 darzustellen. Die historische Korrektheit kann ich natürlich nicht bewerten, aber Ani war für mich die Persönlichkeit, die scheinbar wie bei „Outlander“ aus dem falschen Jahrhundert stammte.

Gefehlt hat mir ein richtiger Spannungshöhepunkt, da das Ende von vornherein festgelegt war. Doch die ein oder anderen Geheimnisse und die persönliche und charakterlichen Entwicklungen unserer Protagonisten waren wiederum so spannend für mich, dass ich das Buch trotzdem jederzeit wieder lesen werde.
Es ist nicht nur ein Liebesroman, es ist gleichzeitig auch eine Huldigung an den Bibliothekarsjob (wobei ich natürlich nicht sagen kann, in der heutigen technologischen Zeit, wieviel an der Arbeit noch dran ist) und an Bücher.

Jetzt seid ihr gefragt: seid ihr auch so Coveropfer wie ich? Und was sagt ihr zu dem Buch? Verlinkt mir gerne Eure Rezensionen!

Bewertung

5/5

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